Der Bieler Gemeinderat hat am 9. September 2026 Beschlüsse zum sommerlichen Wärmeschutz an Schulen, zum Sprachunterricht, zur künftigen S-Bahn, zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und zum Gemeindebürgerrecht gefaßt.

Beschlüsse des Gemeinderates an seiner Sitzung vom 9. September 2026

Stadt Biel fordert Verkehrsanbindung der künftigen S-Bahn

Der Bieler Gemeinderat hat am 9. September 2026 Beschlüsse zum sommerlichen Wärmeschutz an Schulen, zum Sprachunterricht, zur künftigen S-Bahn, zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und zum Gemeindebürgerrecht gefaßt.

September 21, 2026 - Lesezeit: 5 Minuten

Die Stadt erarbeitet Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz an Schulen. Die hohen Innenraumtemperaturen in den Sommermonaten verringern die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit von Lehrern sowie Schülern und zwingen die Schulen und Tagesschulen, organisatorische Maßnahmen zu treffen. Der Gemeinderat hat aus diesem Grund ein Programm für Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz an Schulen lanciert. Ohne weitere Maßnahmen würden sich die Bedingungen aufgrund der laufenden Klimaerwärmung immer weiter verschlechtern. In einem ersten Schritt sollen die Schulen analysiert und organisatorische wie bauliche Maßnahmen geprüft werden. Bereits dieses Jahr sollen Fachleute die Schulen beraten, was sie konkret im Schulalltag tun können, und betriebliche Maßnahmen für ein besseres Innenklima vorschlagen. Im Frühjahr 2027 soll ein Maßnahmenpaket für maßgeschneiderte bauliche Anpassungen an besonders betroffenen Schulen vorliegen. Für die Ausarbeitung eines Konzeptes durch Fachleute aus Architektur und Bauphysik hat der Gemeinderat einen Kredit von 93 000 Franken gesprochen.

Unterricht in einer zweiten Landessprache

Der Gemeinderat unterstützt den Entwurf zur Änderung des eidgenössischen Sprachengesetzes, der derzeit in der Vernehmlassung ist. Ziel ist es, den Unterricht einer zweiten Landessprache in der Primarschule vorbeugend im Sprachengesetz zu verankern. Vor dem Hintergrund einer lebhaften und komplexen Debatte zum Sprachunterricht ist der Gemeinderat der Ansicht, daß eine gewisse Harmonisierung zwischen den Kantonen nach wie vor wichtig ist. Er teilt diesbezüglich die Ziele des Bundesrates hinsichtlich des nationalen Zusammenhalts und der Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften, die für das reibungslose Funktionieren der Schweizer Demokratie unverzichtbar sind. Als bilinguale Gemeinde an der Grenze zwischen Deutschschweiz und Romandie mißt die Stadt Biel der gelebten Zweisprachigkeit besondere Bedeutung bei. Das frühe Erlernen einer zweiten Landessprache in der Primarschule ist aus ihrer Sicht ein erster wichtiger Schritt und bietet allen Kindern Chancengleichheit. Es legt den Grundstein für die Vertrautheit mit der Sprache, deren Verständnis und die Entwicklung mündlicher Kompetenzen. Der Gemeinderat erachtet es jedoch als unerläßlich, daß der Unterricht der zweiten Landessprache durch weitere Gelegenheiten zu deren Anwendung unterstützt wird, was zu deutlich mehr Kontakt mit der Sprache führt. Er ist der Ansicht, daß immersivere Ansätze, wie beispielsweise das Projekt Filière Bilingue, in diesem Bereich besonders vielversprechend sind. In Biel kann der Sprachunterricht bereits heute durch verschiedene Gelegenheiten zur Anwendung der zweiten Landessprache ergänzt werden, insbesondere dank zweisprachigen Tagesschulen, Ferienpaßkursen, dem freiwilligen Schulsport oder den Treffpunkten in den Quartieren.

Künftige Bieler S-Bahn und «Verkehr '45»

Der Gemeinderat hat seine Stellungnahme im Rahmen der Vernehmlassung des Bundes zur Vorlage «Verkehr '45» verabschiedet. Die aktuelle Version dieses Projektes enthält kein größeres Vorhaben für den Bahnknoten Biel, obwohl sich die Mobilitätsbedürfnisse des städtischen Ballungsraumes stark verändert haben. Der Gemeinderat beantragt deshalb, daß das Projekt angepaßt wird, um den künftigen Bedürfnissen der Region Rechnung zu tragen. Die Stadt Biel und die Regionale Verkehrskonferenz Biel-Seeland-Berner Jura haben nach der Aufgabe der Projekte Regiotram und Westast der A5 die Vision S-Bahn 2045 ausgearbeitet. Diese sieht insbesondere die Verlängerung der Bahnlinie Yverdon-Neuenburg-Biel bis ins Bözingenfeld oder sogar bis nach Grenchen vor sowie eine neue Bahnhaltestelle im Bözingenfeld. Diese Maßnahmen greifen über die Schiene die Hauptziele der früheren Projekte auf, indem sie die Anbindung des Bözingenfeldes verbessern und eine attraktive Alternative zum Straßenverkehr auf der linken Seeseite bieten. Ohne Alternative dieser Größenordnung besteht die Gefahr, daß die Entwicklung des städtischen Ballungsraumes durch die fortschreitende Überlastung des Verkehrsnetzes gebremst wird, mit negativen Auswirkungen auf die Attraktivität und die wirtschaftliche Entwicklung. Deshalb fordert die Stadt, daß die «Vision S-Bahn Biel 2045» in die nächsten Planungsschritte auf Bundesebene einbezogen wird. Außerdem verlangt die Stadt, daß die notwendigen Anpassungen der Infrastruktur am Bahnhof Biel bereits heute vorbereitet werden, insbesondere die Realisierung der Unterführung Ost, die Neugestaltung der Gleise und Perrons sowie die im kantonalen Richtplan vorgesehenen Anpassungen der Infrastruktur der Aare Seeland mobil AG (asm). Ohne diese vorausschauende Planung besteht die Gefahr, daß die Zugänge zu den Perrons und die Unterführungen zu einem begrenzenden Faktor für die künftige Entwicklung des öffentlichen Verkehrs werden. Zudem kommt der Bernstraße durch den Verzicht auf den Bau des A5-Westastes eine wichtige Rolle als nationale Verkehrsachse zu. Die regelmäßig niedergehenden Schranken des Bahnübergangs mindern jedoch die Attraktivität dieser Route und tragen dazu bei, daß der Durchgangsverkehr durch die Stadt bestehen bleibt. Die Stadt fordert daher die Aufhebung des Bahnübergangs der asm-Bahnlinie an der Bernstraße durch den Bau einer Eisenbahnbrücke bis 2045. Der Gemeinderat hat seine Stellungnahme dem Schweizerischen Städteverband übermittelt, der sie im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens an das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) weiterleiten wird.

Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Der Gemeinderat der Stadt Biel begrüßt die vorgeschlagene Änderung des Energiegesetzes im Rahmen der Vernehmlassung des Schweizerischen Städteverbandes. Aus Sicht des Gemeinderates ist die geplante Pflicht zur Erstellung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge durch Vermieter ein wichtiger Schritt, um die Klimaziele von Bund und Städten zu erreichen. Nur wenn am Wohnort Ladeinfrastruktur vorhanden ist, können Mieter auf Elektrofahrzeuge umsteigen.

Gemeindebürgerrecht für 64 Personen

Der Gemeinderat hat 64 in Biel wohnhaften Personen den Zusicherungsentscheid zum Gemeindebürgerrecht erteilt. Unter ihnen sind 32 Personen in der Schweiz geboren. Unter den Gesuchstellern sind 30 Erwachsene und 34 Minderjährige. (pd, rm)

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