Bevölkerungsbefragung: Rund 950 Personen äußern sich zum Längholzwald

Auswertung der Befragung zum Waldgebiet und zur künftigen Besucherlenkung

August 17, 2026 - Lesezeit: 3 Minuten

In einer gemeinsamen Medienmitteilung der Stadt Biel, der Gemeinde Brügg und des Kantons Bern geht es um den Längholzwald. Im April konnten sich die Besucher des Längholzwaldes im Rahmen einer standardisierten Internet-Befragung dazu äußern, wie sie den Wald nutzen. Das Zentrum für Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern hat die Umfrage durchgeführt und ausgewertet; nun liegen die Ergebnisse in Form eines Berichts vor. Die Ergebnisse fließen in das Besucherlenkungskonzept ein, das im Herbst fertiggestellt wird.

Die Mehrheit der Waldbesucher, die an der Befragung teilgenommen haben, nutzt den Längholzwald in erster Linie für die Erholung und das Naturerlebnis. Dabei stehen ruhige Aktivitäten wie Spazieren/Wandern (83 %), Ruhe geniessen / Waldbaden (64 %) oder Natur beobachten (61 %) im Vordergrund (Mehrfachantworten möglich).

Die Umfrageteilnehmer schätzen insbesondere Naturbelassenheit und Ruhe; entsprechend hat für sie auch der Naturschutz einen höheren Stellenwert als Freizeitaktivitäten oder Holzproduktion.

Die Hälfte der Teilnehmer fühlt sich bei ihren Besuchen im Längholzwald nicht gestört. Die andere Hälfte stört sich unter anderem an Abfall (56 %), Holzereiarbeiten (52 %) und Zerstörung/Vandalismus (43 %). Die Befragung bestätigt somit die bereits bekannten Interessenkonflikte zwischen den verschiedenen Waldfunktionen wie z. B. Erholung, Holzproduktion und Waldbiodiversität.

Erholungseinrichtungen und neue Angebote

Die Umfrage bringt zudem in Erfahrung, welche Erholungseinrichtungen für die Bevölkerung wichtig sind. Das sind Erkenntnisse, die beim Aus-, Neu- oder Rückbau von Infrastruktur einfließen. Zum Beispiel werden gemäss Umfrage die beiden offiziellen Picknickplätze Ringe und Heidenstein am häufigsten besucht. Weniger besucht werden die inoffiziellen Feuerstellen am Chräjeberg.

Teilnehmer, die mit Kindern im Längholzwald unterwegs sind – z. B. Lehrpersonen oder Spielgruppenleiter – wünschen sich eine Feuerstelle und eventuell Sitzgelegenheiten. Abgesehen davon braucht die Mehrheit keine weitere Infrastruktur. Für einen neuen Waldlehrpfad spricht sich eine Mehrheit von 83 % aus.

Ein neuer Veloweg würde von Bikern mehrheitlich begrüßt (33 Umfrageteilnehmer), von den meisten anderen Nutzern hingegen mehrheitlich abgelehnt. Die Resultate der Befragung werden in die Erarbeitung des Besucherlenkungskonzepts (siehe unten) einfließen.

Die Koordinationsgruppe bestehend aus den Waldbesitzern, der Stadt Biel, der Einwohnergemeinde Brügg, dem Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Bern, der Schweizerischen Vogelwarte und Umweltverbänden wird die Erarbeitung im Herbst abschließen.

Verschiedene Interessen besser vereinbaren: Besucherlenkung Längholzwald

Der Längholzwald, auf dem Gebiet der Gemeinde Brügg und der Stadt Biel gelegen, ist einer der meistbesuchten Wälder des Kantons Bern. Viele Menschen suchen hier täglich Erholung und nutzen den Wald für ihre Freizeitaktivitäten. Gleichzeitig ist der Längholzwald auch ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen, und er produziert den Rohstoff Holz, filtert Trinkwasser, kühlt die Umgebungsluft und speichert CO2.

Aufgrund seiner Nähe zur Stadt treffen hier zahlreiche unterschiedliche Interessen aufeinander, namentlich die Suche nach Erholung, aktive Freizeitnutzungen, Umwelt- und Biodiversitätsanliegen sowie die Holzproduktion.

Um die Perspektive der Bevölkerung einbeziehen zu können, haben die am Besuchslenkungskonzept beteiligten Akteure die Universität Bern beauftragt, eine entsprechende Befragung der Waldbesucher durchzuführen. Die Ergebnisse fließen ins Besuchslenkungskonzept ein, das im Herbst abgeschlossen wird.

(pd, rm) 
(Foto: Bericht zur Befragung der Waldbesucher) 

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